Senneh Kelim, um 1900, 180×131 cm

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Diesen Monat entführen wir Sie nach Kurdestan, in den Westen des damaligen Persiens nach 1900, und zwar nach Senneh, wo dieser ausserordentliche Kelim herstammt.

Hergestellt aus feinster, von Hand versponnener Schafschurwolle aus der Region, wird dieser Umstand auch als Markenzeichen für robuste Knüpfarbeiten aus dem kurdischen Gebiet betrachten.

Die rissartigen Schlitze im einwandfreien Gewebe sind keinesfalls Schadstellen wegen unsorgfältigen Gebrauchs, sondern weisen vielmehr auf eine gängige Webtechnik hin, die fachmännisch deshalb als Schlitzkelim bezeichnet wird.

Das Format ladet dazu ein, repräsentativ einen Parkettboden diskret und elegant zu schmücken, ist aber auch als Kunstwerk auf einer grosszügigen Wand  immer willkommen.

In lieblichen Pastellfarben finden wir im hellgrundigen Innenfeld einen filigranen Rapport eines ‚Mahi-to-hos’ – Musters, das übersetzt ‚Fische im Teich’ bedeutet. Um eine zentrale Rosette oder Seerose tummeln sich diagonal angelegt vier gewölbte Fische. Schauen Sie genau in den Teich und auch Sie werden sie erkennen….

Charakteristisch für antike Senneh und andere Provenienzen ist die schmale Hautbordüre, die in späteren Erzeugnissen eine dominante Breite einnimmt. Die gelbe Grundfarbe ist sozusagen das i-Tüpfelchen der Bordüre und hat seinen Farbton wohl durch Safran erfahren. Auch der Sammler wird uns in diesem Punkt gewiss zustimmen.

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